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Mitten im neuen Leben
Sie kennen sich noch aus der Chemnitzer Filmwerkstatt und studieren heute an der Hochschule für Film und Fernsehen in München: Martin Nudow und Thomas Beckmann. Jetzt hat ihr gemeinsamer Dokumentarfilm "O Casa Aparte" in Chemnitz Premiere.
Eigentlich waren sie mit einer ganz anderen Idee nach Rumänien gereist, doch dann war da dieser alte Mann."Wir fanden es einfach wahnsinnig spannend, wie der da rausguckte aus seiner runtergekommenen Wohnung in das neue Europa", erzählt Thomas Beckmann. Und schon war alles klar: Er und Martin Nudow würden in ihrem Film von eben diesem Mann erzählen, der von heute auf morgen mitten in der westlichen Welt wohnt - und dessen alte Heimatstadt Sibiu nach und nach ein Schmuckstück wird, ja sogar Kulturhauptstadt Europas. Ein wahnsinniger Umbruch, der Ioan Drasovean zu schaffen macht. So pendelt dieser Film zwischen der Reparatur eines 30 Jahre alten Staubsaugers und der ersten SMS, die der über 70-Jährige schreibt. Dazwischen gibt es immer wieder Begegnungen mit Menschen, die wie er versuchen, mit den Veränderungen klar zu kommen oder gar die neuen Chancen zu nutzen. Doch keiner lebt wirklich vor, wie es gehen könnte. Ob es überhaupt gehen kann. Schon deshalb schafft dieser Dokumentarfilm eine sehr nachdenkliche Stimmung. Er beobachtet zurückhaltend, wirkt anfänglich fast träge, bis dieser alte Mann immer interessanter wird, weil er auf eine merkwürdige Art hoffnungsvoll wirkt. "Der Film ist schon einmal zum Internationalen Dokumentarfilmfest in München gelaufen," sagt der gebürtige Chemnitzer Thomas Beckmann. "Dort haben die Leute diskutiert, ob wir nicht zu wenig Fakten eingebaut hätten. Sie wollten gern konkreteres über Rumänien erfahren. Doch wir glauben, wer sich auf das atmosphärische dieses Films einlässt, erfährt sehr viel über dieses Land und seine Probleme." Jenny Zichner
Clubkino Siegmar: Premiere
"O Casa Aparte", 28. November
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